Zurück aus Berlin
Nov 23rd 2009, 03:07 PMDa bin ich also wieder. Ich könnte sagen: In alter Frische. Aber „in neu erlangter Frische“ wäre um einiges passender. Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Das war das beste Wochenende überhaupt. Unglaublich, wie schnell die Zeit vergangen ist. Aber wenn ich so zurückblicke und nachdenke, was so passiert ist, ist es echt schwer zu glauben, dass das nur 3 Tage waren. So viel ist passiert. Ich weiß ja nicht mal, wie ich mich im Moment fühle. Ich bin total traurig, dass jetzt schon wieder alles vorbei ist, aber ich bin so froh, dass das alles so passiert ist, dass ich dorthin durfte, was wir gemacht haben, wie die Leute waren.
Ich glaube, das erzähle ich jetzt aber nicht alles. Wäre viel zu viel.
Eigentlich bin ich nur fasziniert. Von Berlin selbst habe ich wenig gesehen. Wir haben eine Nachtwanderung gemacht und hatten zwischendurch mal 2 Stunden für uns, wo wir rumgelatscht sind, aber ich muss sagen ich bin etwas enttäuscht. Irgendwie hatte ich mir Berlin besonders vorgestellt, wie ich allerdings bemerkt habe, ist es auch nur eine Stadt wie jede andere, nur eben größer. Gut, ich habe auch nur einen winzigen Teil davon gesehen ;-)
Im Büro von Greenpeace haben wir ziemlich viel vorbereitet, uns ausgetauscht mit den ganzen anderen Jugendlichen, Spaß gehabt und echt coole Sachen gemacht. Die Betreuer waren auch nicht so spießig wie man das sonst so erwartet. Es gab nur ein paar Regeln: Kein Alkohol (seltsamerweise wurde das Verbot von Drogen mit keinem Wort erwähnt), keine Gewalt und kein Ausschließen oder Mobben anderer. Daran haben sich auch echt alle gehalten. Wir haben uns super verstanden, das „Gruppen-Klima“ war toll, niemand hat sich angezickt etc.
Heute morgen sind wir dann zum Reichstagsgebäude marschiert bzw. zum Wohnsitz unserer Kanzlerin (ob sie da wirklich wohnt ist mir schleierhaft), die Polizei hatte für uns die Straßen gesperrt und dort angekommen sind wir dann noch rumgestanden im Wind und der eisigen Kälte. Aber wie Richard so passend gesagt hat: „Schlafen könnt ihr gleich im Zug. Wir machen das jetzt.“
Haben wir auch gemacht. Ich sollte vielleicht der Vollständigkeit halber anmerken, dass man uns zwischendurch mit Keksen und Schokolade beliefert hat – wir selbst konnten uns mit den riesigen Bannern ja nicht bewegen. Na ja, hätte auch komisch ausgesehen wenn wir mit den Teilen da rumgewatschelt wären.
Gegen halb 12 kam dann der Herr Göke, wohl ein direkter „Verbündeter“ von Frau Merkel und das Kofferteam hat ihm unseren phänomenalen und absolut genialen Koffer vorgestellt, den er ihr hoffentlich übergeben wird. Von dem Gespräch haben wir nichts gehört, mussten ja stehen bleiben. Sobald er da war, war alles totenstill. Davor war mit den Trommeln und den Sprechchören ein ziemlicher Lärm (unser Ziel) und es war echt total geil. Auf einmal waren wir alle ein Team, eine Einheit. So einen Zusammenhalt habe ich noch nie gesehen. Aber ich glaube, das ist immer so, wenn mehrere Menschen mit dem gleichen Ziel zusammenkommen und was durchziehen wollen, was ihnen allen total wichtig ist. Wir standen in etwa 3 Grüppchen. Trommler, Banner und Koffergruppe. Und während wir da rumgechört/trommelt haben, haben wir uns quer über den Platz angegrinst, obwohl wir uns erst 3 Tage kannten. Das war so ein monumentaler Augenblick, ich wird das nie vergessen.
Es gab noch so viel anderes, tolles, das passiert ist. Aber das würde jetzt echt zu lang werden.
Ivch kann nur noch sagen, dass ich hoffe, die Leute alle bald bzw. überhaupt mal wieder zu sehen und so was wieder zu machen, denn es war echt toll =)